SPD fordert Martin Gerlach heraus

Veröffentlicht am 20.07.2012 in Presseecho

Die Aalener SPD will bei der OB-Wahl 2013 einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Der neue Vorstand um den Informatikprofessor Dr. Ulrich Klauck hat bei der Jahreshauptversammlung den Auftrag bekommen, einen geeigneten Mann oder eine geeignete Frau zu suchen.

Alexander Gässler/Schwäbische Post

Aalen. Der OB-Kandidat soll möglichst ein SPD-Parteibuch und auch tatsächlich gute Karten haben. Darin sind sich die Genossen einig. Ein eigener Kandidat stünde der SPD gut zu Gesicht, findet Kreisvorsitzender Josef Mischko. Er war es auch, der am Freitagabend in der „Waldschenke“ in Affalterried den Antrag stellte, den neuen Vorstand mit der Kandidatensuche zu beauftragen. Die anwesenden Parteimitglieder folgten ihm bei sechs Enthaltungen.

Zuvor hatten sich sowohl SPD-Fraktionsvorsitzender Albrecht Schmid und der scheidende Stadtverbandsvorsitzende Dr. Frank Haenschke dafür ausgesprochen. Haenschke setzte seinem Nachfolger die Pistole auf die Brust und wollte von ihm wissen, ob er genauso denke. Dr. Ulrich Klauck hält es für das Naheliegendste, „dass eine große Partei wie die SPD einen eigenen Kandidaten aufstellt“. Im Vorfeld war die Rede davon gewesen, dass sich SPD und CDU auf einen gemeinsamen, parteilosen Kandidaten einigen könnten.
Namen wurden keine genannt. Auch nicht der des Aalener SPD-Bürgermeisters Wolf-Dietrich Fehrenbacher. Albrecht Schmid warnte: „Man sollte den jetzigen OB nicht unterschätzen.“ Und er verwehrte sich gegen die Kritik, er verteidige den Amtsinhaber zu sehr. Er komme persönlich gut mit Martin Gerlach aus. „Aber wir haben ein anderes Politikverständnis.“ Denn anders als der OB, steht Schmid auf dem Standpunkt, „die Parteien gehören ins Rathaus“.

Dass im Stadtverband eine Ära zu Ende ging, geriet fast in den Hintergrund. Der 75-jährige Haenschke stellte sich nicht mehr als Vorsitzender zur Verfügung. Er hatte den Standverband nach seiner Gründung vor 34 Jahren insgesamt acht Jahre geführt, zuletzt acht weitere Jahre. Stellvertreterin Heidi Matzik würdigte ihn als „geschätzten Vordenker und Mitstreiter“, als geradlinig, kantig, sachorientiert und manchmal auch detailverliebt.
Detailreich erinnerte Haenschke ans vergangene Jahr mit 13 Veranstaltungen, darunter etliche mit dem Aktionsbündnis für den Atomausstieg. Und er erinnerte an frühe SPD-Erfolge wie den Wahlsieg Ulrich Pfeifles nach der Eingemeindung der Stadtbezirke. Seinem Nachfolger hinterlässt Haenschke kein leichtes Erbe. Er möge „tote“ Ortsverbände wie Hofen, die Weststadt oder das Vordere Härtsfeld wiederbeleben.
Ulrich Klauck, der bei seiner Wahl drei Gegenstimmen erhielt, kündigte an, den Stadtverband integrativ zu führen – eben als Dach der Ortsvereine. Wenn sich der neue Vorstand konstituiere, kündigte er an, werde auch eine Findungskommission für den OB-Kandidaten gebildet.
Auch Heidi Matzik kandidierte nicht mehr. Neue stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbands ist bei vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen Heidi Schroedter. Zwei SPD-Mitglieder stimmten noch einmal für Heidi Matzik, die sich zuvor klar für das neue Vorstandsteam und für Heidi Schroedter als ihre Nachfolgerin ausgesprochen hatte „Sie ist die richtige Wahl.“
Die Konstante ist der Kassierer: Ralf Strübel wurde einstimmig bestätigt. Neuer Schriftführer ist Juso-Mitglied Jakob Bubenheimer. Der 21-jährige Student der Verwaltungswissenschaften bekam eine Gegenstimme. Die Jusos beantragten, Gemeinderatssitzungen künftig per Livestream im Internet zu übertragen. Schmid berichtete ausführlich aus dem Gemeinderat, Mischko aus dem Kreistag.

© Schwäbische Post 20.04.2012

 

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