Bildung und Integration als Herausforderungen der Zukunft

Veröffentlicht am 15.09.2008 in Kreistagsfraktion

Bürgermeister Dr. Bläse diskutiert mit der SPD

Bildung und Integration als Herausforderungen der Zukunft – die Ostalb-SPD zu Gast in der Spitalmühle Schwäbisch Gmünd

Nach Besichtigungen in Aalen, Ellwangen und Bopfingen führte die Sommertour der SPD-Kreistagsfraktion und des SPD-Kreisverbands ein weiteres Mal nach Schwäbisch Gmünd.

Standen beim ersten Besuch im Kindergarten „Kinderinsel Rehnenhof" und an der Skater-Anlage im Laichle noch die jungen und jüngsten Bürger im Fokus, informierten sich die SPD-Politiker dieses Mal über die Möglichkeiten für Senioren im Zentrum Schwäbisch Gmünds. Gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Joachim Bläse besuchten sie die Spitalmühle. Mit von der Partie war auch der SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion Christian Lange, der die Genossen ausführlich über die aktuellen Geschehnisse in Berlin informierte.

Gertrud Kolbe-Lipp, seit 15 Jahren Leiterin der Spitalmühle, erläuterte den Besuchern die Geschichte ihrer Einrichtung. So erfuhren die Genossen, dass die Spitalmühle auf zwei Schwerpunkten aufbaut: einerseits dem Betrieb eines öffentlichen Cafés im Erdgeschoss, zum anderen einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm, das die Spitalmühle drei Mal im Jahr unter dem Motto „Begegnung, Bildung, Bewegung" herausgibt.

Träger der Einrichtung ist die „Hospitalstiftung zum Heiligen Geist". Darüber hinaus, so Kolbe-Lipp weiter, biete die Spitalmühle verschiedene zusätzliche Dienstleistungen an, wie zum Beispiel die Pflegebegleitung für pflegende Angehörige, das Büro „Blickkontakt" oder die Wohnberatung für Senioren und körperlich Beeinträchtigte. Hier sieht die Sozialpädagogin auch Handlungsbedarf: „Wohnberatung sollte im Kreis noch flächendeckender angeboten werden".

Teilweise bekämen die Gmünder Wohnberater Anfragen bis aus Ellwangen und vom Härtsfeld. Darüber hinaus forderte sie die Politiker auf, sich über Lösungsmöglichkeiten Gedanken zu machen, wie ältere Alleinstehende im Kreis besser unterstützt werden könnten. Diese hätten häufig Probleme, verfügten aber über keine Angehörigen mehr, die ihnen helfen könnten. „Ein zentraler Ansprechpartner wäre wichtig", stellte Kolbe-Lipp fest.
Bürgermeister Dr. Joachim Bläse referierte über Schwäbisch Gmünd als „soziale Stadt". Er äußerte sich positiv über die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Stadtgebiet: „Wir verzeichnen einen guten Zulauf auf dem ersten Arbeitsmarkt". Um die verhältnismäßig gute Situation zu erhalten, lege die Stadt ihren Fokus daher auf Ausbildung und berufliche Weiterbildung. Bei letzterer verwies Bläse auf das Gmünder „Aktionsbündnis berufliche Weiterbildung". Diese dürfe allerdings auch an Menschen, die fünfzig Jahre oder älter sind, nicht vorbei gehen, warnte der Bürgermeister. In der Ausbildung müsse vor allem im Bereich der Sprache und im Bereich der Elternarbeit etwas getan werden. Für Personen mit Migrationshintergrund sei die deutsche Sprache noch allzu oft die größte Hemmschwelle. Bläse kritisierte in diesem Zusammenhang auch die häufig praktizierte projektbezogene Förderung: „Hier jagt derzeit ein Projekt das nächste". Dies führe nur zu Verunsicherung bei allen Beteiligten.

Ein nachhaltiges Fördersystem sei hier vonnöten, forderte er. Bildungspolitik dürfe zudem nicht davon abhängen, wie viel Geld eine Kommune habe. Ausdrücklich sprach sich Bläse auch gegen Mehrgenerationenwohnhäuser aus. Diese machten keinen Sinn. Die Stadt werde das Thema Demografie dennoch aktiv angehen – weg vom reinen Pflegen und Betreuen, hin zu einer Förderung der immer länger werdenden aktiven Phase von Senioren. Als Beispiel nannte er die „gut funktionierende" Seniorenhochschule in Schwäbisch Gmünd. Aber auch die Jugendarbeit stehe heute vor neuen Voraussetzungen. Diese müsse nun dort stattfinden, wo die Jugendlichen sich aufhielten. Entsprechend mobil sollte sie aufgestellt sein. „Bildung und Integration werden unsere Herausforderungen sein", zog Bläse Resümee. Ansonsten sei Gmünd aber „eine sehr lebenswerte Stadt".

In der abschließenden Diskussionsrunde forderte die Gmünder SPD-Stadträtin Daniela Maschka-Dengler mehr Unterstützung für die ganzen Ehrenamtlichen, die sich im sozialen Bereich engagierten. Sie schlug dazu Fallbesprechungsgruppen oder eine Supervision vor. „Es muss eine Anerkennungskultur geschaffen werden", bekräftigte sie. Jochen Pahlke wollte wissen, wie die Stadt mit dem kommunalen Ordnungsdienst weiter verfahren wolle. Bürgermeister Dr. Bläse gab hierzu an, dass eine Verlängerung der Testphase bis 31. Oktober 2009 geplant sei. Danach sehe man weiter.

SPD-Kreisvorsitzender Josef Mischko freute sich über die Erfahrungen der diesjährigen Sommertour: „Wir haben nun ein gewisses Benchmark zu den sozialen Einrichtungen im Kreis". Die mitgeteilten Anforderungen an Kreistag, Landtag und Bundestag werde die Partei aufgreifen und weiterleiten. Die Kreis-SPD profitiere sehr stark von all diesen Veranstaltungen. Etwa 160 Teilnehmer hätten die acht Sommertour-Stationen in diesem Jahr besucht.

 

Homepage SPD Ostalb

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

18.06.2026 12:25 „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“
Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… „Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen“ weiterlesen

18.06.2026 12:16 Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz
Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. „Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

18.06.2026 11:18 Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu… Gabriela Heinrich zum Internationalen Tag gegen Hetze weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de

Wer ist Online

Jetzt sind 7 User online