„Ins Hinterzimmer zu gehen bringt keinem mehr was“

Veröffentlicht am 28.01.2010 in Kommunale Werkstätten

Die Teilnehmer des Medienseminars in Untergröningen

In einer öffentlichen Sitzung diskutierten die Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) im Ostalbkreis und der SPD Ortsverein Abtsgmünd gemeinsam Grundlegendes zu politischer Arbeit und Reklame auf Orts- und Kreisebene.

Abtsgmünd-Untergröningen.
Was ist heute wichtig bei Wahlkämpfen? Welche Fragen gilt es in Pressemitteilungen zu beantworten? Und wo sind Bürger überhaupt noch empfänglich für Kommunalpolitik? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt der Diskussionsveranstaltung von SGK Ostalb und SPD Abtsgmünd im Untergröninger Gasthof „Zum Lamm“.

Um 12 Prozent (auf nunmehr 42 Prozent) konnte die Abtsgmünder SPD-Fraktion bei der Gemeinderatswahl im vergangenen Jahr zulegen, die Zahl ihrer Gemeinderäte von sechs auf neun erhöhen. Der Abtsgmünder SPD Ortsverein gehört damit landesweit zu den großen Gewinnern der Kommunalwahl 2009. Für die SGK Ostalb Grund genug einen Blick hinter die erfolgreiche Ortsvereinsarbeit in der Kochertalgemeinde zu werfen.

„Politik hat heute auch etwas mit einem Reklamebetrieb zu tun“, führte SGK-Vorsitzender Konrad von Streit ins Thema ein. Vor allem Lokalpolitik öffne und biete viele Schaufenster, meinte er weiter. Und natürlich spiele dabei auch die passende Optik eine gewisse Rolle. Besondere Bedeutung misst von Streit, der auch Pressesprecher der Ostalb-SPD ist, der Pressearbeit und hier insbesondere den lokalen Tageszeitungen bei.

Ein vertrauensvoller Umgang mit regionalen Medien sei wichtig, bekräftigte auch Heiko Buczinski, der von 2008 bis 2009 den Bundestagswahlkampf von Claudia Sünder als Pressesprecher begleitete. Im Detail erläuterten er und die Abtsgmünder SPD-Vorsitzende Marlies Büker, wie der Wahlkampf ihres Ortsvereins aussah, was neu war, was geändert wurde. Die von von Streit angesprochene Optik spielte dabei auch in Abtsgmünd eine gewisse Rolle – so wurden beispielsweise Website, Anzeigen und Broschüren neu gestaltet und Kandidatenporträts bei einem professionellen Fotografen in Auftrag gegeben.

Im Vorfeld der Wahl und auch danach untermauerten die Abtsgmünder Genossen ihre Arbeit mit begleitenden Pressemitteilungen. Außerdem positionierte sich die Abtsgmünder SPD-Liste aber auch klar inhaltlich, wie Buczinski betonte. „Zusätzlich hatten wir eine super Liste und haben uns vom typischen Stil der Kandidatenvorstellungen verabschiedet“, erklärte Marlies Büker. Anstelle von eigenen Veranstaltungen in irgendwelchen Nebenzimmern, hätten die Kandidaten sich an andere Veranstaltungen angehängt. So ging es in Untergröningen beispielsweise zu einer Vernissage im Schloss oder in Neubronn zum sonntäglichen Frühschoppen im Dorfhaus, beschrieb Büker.

„Ins Hinterzimmer zu gehen bringt keinem mehr was“, bestätigte auch der stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD, Willy Petzchen. Er erläuterte den Gästen Grundlegendes zu Wahlkämpfen in der heutigen Zeit. Im Sinne einer verstärkten Außenwirkung wäre in seinen Augen beispielsweise eine kreisweit gleich gestaltete Wahlbroschüre sinnvoll gewesen. Zwei Dinge seien bei Wahlkämpfen heute jedoch wichtiger denn je: „Es muss Geld für Veranstaltungen in repräsentativen Räumen da sein.“ Außerdem käme heute kein Ortsverein mehr ohne gute und gut verteilte Give-Aways aus. Petzchen warf den Blick aber auch über den kommunalen Tellerrand hinaus: „Für überregionale Wahlkämpfe muss man kampagnenfähig sein.“ Impulse dazu erhofft er sich unter anderem vom am kommenden Samstag neu zu wählenden SPD-Kreisvorstand.

Konrad von Streit und Heiko Buczinski lenkten die Aufmerksamkeit noch einmal auf das kleine Einmaleins der Pressearbeit. Um diese kreisweit weiter zu verbessern einigten sie sich mit der Versammlung auf eine Auflistung der wichtigsten Punkte, die es insbesondere bei Pressemitteilungen zu beachten gilt.

 

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